Meural – digitale Bilderrahmen, die diesen Begriff endlich verdienen. (Erfahrungsbericht)

Bei der Einrichtung meines neuen Heims habe ich mir das eine oder andere Gadget geleistet: Heimautomatisierungssystem (Loxone), Sonos (Audio) und einen neuen Roomba 980 (Staubsauger mit Internetanbindung). Ausserdem habe ich mir zwei Meural in den USA bestellt. Hierzu mein Erfahrungsbericht. 

Abgesehen von der Aussicht sieht das dann beim Kunden etwa so aus.
Abgesehen von der Aussicht sieht das dann beim Kunden etwa so aus.

Meural bietet also digitale Bilderrahmen an, die von der Qualität, Grösse und vom Format her dem entsprechen, was ich unter einem Bild verstehe. Die Rahmen lassen sich horizontal und vertikal aufhängen und mit Gesten steuern und bis zu einem gewissen Grad konfigurieren, der Rest läuft über die App oder über den Laptop.

Mehr dazu erfährt man im Promovideo auf der Homepage.

Und hier nun zu meinen Erfahrungen:

Ich habe mir zwei Stück vom Modell Lightbox bestellt.bildschirmfoto-2016-09-25-um-16-28-44

Der Kundendienst: Ich hatte Fragen. Meine E-Mails wurden schnell und freundlich und (mehr dazu später) grosszügig beantwortet. Tadellos.

Der Versand: Ich erhielt eine USPS.com Trackingnummer und konnte jederzeit nachvollziehen, wann die (wirklich grossen und rund 10kg schweren Pakete) bei mir ankommen werden. Das dauerte keine 10 Tage. Fein.

Die Verpackung: Stabil und professionell verpackt. Deshalb kamen sie wohl auch unbeschädigt an. Prima.

Der Preis: Zum Preis pro Stück kommen noch 100$ Versandkosten in die Schweiz. Rabatt für zwei gibt es nicht. ABER: Hier habe ich einen 50$ Discountcode gefunden und den bei meiner Bestellung auch eingesetzt. Dann fiel mir ein, dass ich ja eigentlich den Code hätte zwei Mal einsetzten können, einmal pro Rahmen. Das habe ich dem Kundendienst geschrieben und darum gebeten, man möge mir doch den Rabatt ein zweites Mal gewähren. Und genau das taten sie auch. Toll.
Bevor ich bestellt hatte, wollte ich auch noch wissen, wie es mit dem Zoll ist. Bei der Lieferung wurde nämlich pro Rahmen ein Zoll von sage und schreibe 103 CHF fällig. Aber da mir der Kundendienst versprochen hatte, mir diesen auf mein Paypal-Konto zurück zu erstatten, kratzte mich das am Schluss nicht mehr. Summa summarum kosteten mich die beiden Rahmen unterm Strich 1490$ bzw. rund gleichviel in CHF. Ohne Entgegenkommen wären es immerhin 300$ mehr gewesen. Danke Meural.

Die Hardware: Die Rahmen sind absolut hochwertig verarbeitet und relativ schwer. Sie werden mit einem Netzteil für Europa (sowie einem für die USA) geliefert, das Kabel (textilumhüllt) ist in verschiedenen Farben erhältlich. Eine Schnellanleitung liegt in englischer Sprache ebenso bei wie die Aufhängevorrichtung mit zwei Metalldübeln. Alles bestens.

Die Software: Per App und über die Website kann man seine Bilderrahmen konfigurieren, Timing bestimmen, Galerien hochladen und entfernen, eigen Bilder hochladen, bearbeiten u.v.a.m. Funktioniert sehr intuitiv und sachdienlich.

Die Galerien: Mit dem Kauf bzw. der Inbetriebnahme erhält man Zugriff auf sehr viele kuratierte Bildergalerien (auch animierte), die man leicht in die Rahmen laden kann. Nicht nur nach Künstler, sondern oft auch nach bestimmten Themen oder Farben. Klasse!

Die Montage: Ein Video zeigt, wie es geht. Hat bei mir problemlos geklappt, aber eine halbe Stunde und das richtige Werkzeug sollte man schon haben.

Die Inbetriebnahme: Nach dem Einstecken meldet sich der Rahmen mit dem ersten Bild und einem Menü, welches über die Gesten (man könnte sagen, Wischen oder Winken) gesteuert wird. Ich empfand das jetzt als nicht so intuitiv, aber nach einigem Rumprobieren klappte das: Die Rahmen etablieren temporär ein eigenes WLAN, welches dann über das Handy konfiguriert und in das bestehende WLAN integriert werden. Von da an kann es losgehen. Gut aber nicht supereinfach.

Der Eindruck: Die Rahmen mit Bild sehen insbesondere bei Tageslicht super aus, man kann kaum erkennen, dass die «Monitore» leuchten – man hat eher das Gefühl, dass es sich um hochwertige Drucke handelt, da die Oberfläche entspiegelt ist (also matt). Erst Abends merkt man, dass es selbstleuchtende Objekte sind. Die Helligkeit lässt sich übrigens stufenlos einstellen oder der Rahmen abschalten. Lediglich das Kabel ist halt da. Diesbezüglich werde ich aber bei den anstehenden Malerarbeiten die Kabel demnächst in die Wand einziehen, dann sind die Kabel unsichtbar.

Was es bringt? Ich sehe meine Meural Bilderrahmen nicht als Konkurrenz zu Originalkunst. Seit Erfindung des Drucks gab es Serienfertigung von Kunstwerken, ob dies eine Lithografie, ein Offsetdruck oder eine digitale Kopie ist, sehe ich als rein technische Unterscheidung an. Ich werde nach wie vor ein Original an die Wand hängen, wenn ich es mir leisten kann.
Was ich aber jetzt schon kann: Familienfotos stilvoll präsentieren, wenn meine Eltern kommen, was Blumiges für Damenbesuch, was Animiertes wenn mir danach ist, von Renaissance bis Architekturfotos quer durch alle Richtungen mein Wohnzimmer in einen anderen Stil tauchen.

Und sonst: Neben den zur Verfügung gestellten Galerien verwende ich auch Google Bildersuche und für animierte Bilder Tumblr zur individuellen Anreicherung meiner eigenen Galerien. Daneben natürlich auch eigene Fotos. Ich plane auch, die gezeigten Bilder in Dialog miteinander zu stellen.

Fazit:

Schlussendlich ist es ein Kunstspielzeug zur Wanddekoration und ein Ausdrucksmittel für die eigene Persönlichkeit, ohne sich eindimensional auf etwas festlegen zu müssen. Ästhetisch ist es auch, funktional gelungen und es bietet genug Möglichkeiten für weitere Experimente. Oder ganz kurz: Sieht aus wie Kunst, macht aber mehr Spass.

Positiv:
+ Hardware, App und Website
+ Galerien zum Download, Blog des Herstellers
+ Kundendienst / Support

(Noch) Nicht so toll:
– Gestensteuerung
– blaues LED-Licht von da, wo die Gestenerkennung angesiedelt ist (nur nachts sichtbar)
– dass es ein Kabel braucht

Schlecht:
– nichts

Ich freue mich über Kommentare und Tipps von anderen Usern.

 

 

 

 

 

Florida – Eindrücke zum Stand der Technik.

Ich war zwei Wochen auf einem Roadtrip durch Florida mit einem Abstecher nach New Orleans.

Folgende Dinge sind mir als Person mit erhöhtem Interesse an Alltagstechnik aufgefallen:

Kreditkarten mit Code und mobile Payment? Fehlanzeige.
Die sind da noch nirgends. Einmal von Hundertmal habe ich Apple-Pay gesehen. Bezahlt wird immer und überall mit Kreditkarte und Unterschrift. Das ist zwar manchmal auf dem iPad der Bedienung im Restaurant ganz hübsch, aber meiner Meinung nach furchtbar rückständig.
Und: Wer keine 5-stellige Postleitzahl hat, kann an den Tankstellen nicht am Automaten bezahlen. Und: Wer einen Chip auf der Kreditkarte hat, wird vermehrt Leseprobleme haben. Und: Deinen Code brauchst Du in Florida in 2% der Fälle.
Fazit: Mobile oder Code-Payment ist in Florida noch nicht angekommen. Welcome to the Nullerjahre.

Handy- und Netznutzung.
Nun, wer glaubt, in Europa sei es schlimm, der wird in Florida eines noch schlimmeren belehrt. Da gehen viele Leute mit gesenktem Haupt durch die Strassen (aber nicht aus Scham). Da ist Vorsicht angesagt.


Ebenfalls ist es offenbar eine Unsitte, Kurzmitteilungen am Steuer zu schreiben. Sowohl Innerorts als auch auf den Autobahnen sieht man diese Szene allenthalben. Ein entsprechendes Gesetz sei in Vorbereitung…
WLAN ist dafür aber in jedem Restaurant und Hotel erhältlich, kostenfrei und schnell. Da sind sie uns noch voraus.

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Stundenlang. So. Nur so. Echt.

Autofahren.
Eigentlich nicht viel Neues unter der Sonne Floridas. Für mich als Nicht-Autobesitzer waren berührungslose Schlüssel und der Startknopf neu, der Komfort mit Tempomat und div. Möglichkeiten, das Handy an den Mittelbildschirm und die Stereoanlage anzuschliessen sehr erfreulich. Autofahren ist in Florida nicht nur entspannt, sondern schlicht und ergreifend stinklangweilig. Da hat man auch Zeit, über selbstfahrende Autos nachzudenken. Also auf den Autobahnen sehe ich da Null Problem. In 5 Jahren ist das garantiert soweit.

Parken.
Ein Auto auf öffentlichem Grund zu parken ist immerhin nicht so teuer wie auf Privatem. Dort werden nämlich – je nach Lage – 10$ pro Stunde fällig. Dafür muss man aber auf öffentlichen Parkflächen sich vorher per App registrieren und dann ausschliesslich per App bezahlen. Man stelle sich das mal in der Schweiz vor, dass die Leute gezwungen wäre, eine App als einziges mögliches Zahlungsmittel zu verwenden! Was würden bei uns die ganzen Rentnerverbände (SKS, SVP usw.) Sturm laufen. Nicht in Florida.
Übrigens: Die Parkbussen kann man dann per Internet bezahlen. Sofern man Floridaner ist. Für Ausländer geht das Formular nicht.

Duschen? Ja, duschen.
Bildschirmfoto 2016-05-14 um 15.21.12Die Leute in Florida haben das Duschvorhangproblem endlich gelöst. Durch eine konvexe Duschstange und einen schwereren, beschichteten Textilvorhang klebt einem der Duschvorhang nie mehr am Hintern. Sowas habe ich bei uns noch nie gesehen, dort dafür ausnahmslos.

Die Brause ist allerdings immer noch an die Wand geschraubt. Für die Intimhygiene der Einwohner Floridas finde ich das dann nicht so ein gutes Zeichen. Aber die haben ja auch Douches.Bildschirmfoto 2016-05-14 um 14.55.42

Fazit zum Stand der Alltagstechnik: Ich bin sehr gespalten. Einerseits sind sie in Florida ja durchaus auf dem aktuellen Stand, andererseits sind sie im Vergleich zur urbanen Schweiz 10 Jahre im Rückstand. Begeistert hat mich schlussendlich ihre Lösung des Duschvorhangproblems. (Interessanter Link hierzu…)

 

 

 

Wählen für Muffel in 8 Schritten und 10 Minuten. (Bern-Edition)

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