Die irritierendsten zwei TA-Artikel zu Paris 11/13.

Heute ist offenbar Expertentag. Dann sage ich als Nicht-Experte (als Nicht-Experte bin ich Experte) mal meine Meinung.

Tages Anzeiger Interview mit Sicherheitsexperte Kurt Spillmann (optisches Alter: 89).

«Pearl Harbour Effekt».

65491194Spillmann fordert noch mehr (digitale) Überwachung und Einschränkung der Freiheiten. Nach meinem Wissenstand ist das falsch (ansonsten bin ich gerne offen für gegenteilige Erfolgs-Stories).

Bildschirmfoto 2015-11-14 um 13.52.46

Stellen wir doch mal die umgekehrte Frage: Wie viele Terrorakte wurden bis heute durch digitale Entdeckungen vereitelt? Ich wage die Behauptung: Keine. Am Anfang steht die persönliche, im realen Leben wahrgenommene Irritation, hervorgerufen durch eine nicht übliche Verhaltensweise, die jemand bemerkt. Dann folgt ein Verdacht, eine Vermutung, dann die Meldung. Dann setzt die digitale Überwachung ein. Umgekehrt zu erst digital zu überwachen, um daraus dann Irritationen zu destillieren führt nicht zum Ziel. Ausser bei saublöden Terroristen (sogenannten Amokläufern). Und bei Experten, die weder Digital Natives noch Immigrants sind, sondern digitale Palliativfälle.

Und am Schluss muss noch immer jemand die Informationen richtig und rechtzeitig bewerten, gewichten und daraus Schlüsse ziehen. Dieser Punkt ist u.a. erwiesenermassen bei 9/11 in die Hose gegangen:

U.S. president George W. Bush was briefed on a now famous August 6, 2001 memo titled Bin Ladin Determined To Strike in US. Bush’s response to the briefer was reportedly: „All right. You’ve covered your ass, now.“ Quelle: Washington Post

Blasphemie sei kein Grundrecht, findet ein Soziologe namens Emmanuel Todd.

Interessanter Artikel (wirklich lesenswert, ehrlich), und trotzdem für mich sehr irritierend. Wir sollen uns also gefälligst zusammen nehmen und die armen religiösen Fanatiker jegwelcher Couleur nicht noch weiter fertigmachen und/oder ausgrenzen? Wahrscheinlich hat er Recht, und trotzdem widerspricht das meiner Auffassung von Aufgeklärtheit und Laizismus.
Angeborene Eigenschaften wie Nationalität, Geschlecht, Rasse, sexuelle Orientierung etc. dürfen niemals Grund für Diskriminierung sein. Religion ist aber nicht genetisch, Fanatismus schon gar nicht. Fanatismus ist heilbar. Ich denke, am besten mit Bildung und zugegebenermassen nicht mit Verhöhnung.
Vielleicht sollten wir das Recht auf Bildung mit der Pflicht auf Bildung ersetzen?

Ein Gedanke zu „Die irritierendsten zwei TA-Artikel zu Paris 11/13.

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