Nach 30 Jahren: Ich mache wieder mal Sport.

Lange Zeit habe ich mich erfolgreich gegen jede körperliche Ertüchtigung gewehrt. Doch nach dem Betrachten meines Bierbauches und Aufgabe der täglichen Hundspaziergänge musste ich kapitulieren: Ich gehe seit 2 Monaten ins Fitness-Studio.

Naja, so schlimm ist es bei mir ja dann auch noch nicht…

Da stand ich dann also wieder mal vor dem Spiegel und dachte mir, dass ich wohl bald über Körbchengösse A rauswachse, wenn das mit meiner Brust so weitergeht. Mein Bauch fängt auch langsam an leicht zu hängen, bisher war das einfach nur eine Beule. «So kann das ja nun nicht weitergehen», fand ich. Meinen Torso als sexy zu verkaufen geht einfach nicht mehr. Sonst bin ich nicht besser als einige meiner weiblichen Altersgenossinnen, die graue Haare oder einen Make-Up Verzicht als attraktiv vermarkten wollen. Das entbehrt ja ebenfalls jeglicher empirischen Grundlage.

So begab ich mich also nach einer einjährigen Bedenkzeit und nach dem Ausmerzen jeglicher Ausreden (Weg, Zeit, Geld, Planetenkonstellationen…) in das Fitness-Center, welches mir von einem Kollegen empfohlen wurde.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse meiner Erfahrungen innerhalb von zwei Monaten, handlich im FAQ-Format:

Macht es Spass?

Nein, aber was macht schon Spass? So lange ich es etwa gleich gerne tue wie Zeitungen bündeln, arbeiten oder Tagesschau sehen, geht’s noch so. Tatsache ist, dass ich mich nach rund 16 Mal je einer Stunde Fitness tatsächlich etwas besser fühle. Obwohl ich noch nicht nennenswert abgenommen habe, sind meine T-Shirts am Oberarm etwas enger geworden und das täglich Völlegefühl nach dem Essen ist weniger geworden.
Sicher sollte ich auch noch an meiner Ernährung arbeiten. Immerhin lasse ich jetzt schon mal das dritte Bier pro Tag weg – hey, man soll klein anfangen.

Was motiviert Dich?

Daten. Neben dem besseren Gefühl sehe ich auf der Health-App durchaus befriedigende Fortschritte. Das spornt mich an.

Und was machst Du so?

In meinem Fitness-Center hat es einen Milon-Zirkel. Das ist vor allem für Ü50 wie mich, die keine gute Allgemeinfitness haben, als Einstieg entwickelt worden. Ich finde das ein gutes Konzept, um relativ schnell auf einen besseren Level zu kommen. Überraschend fand ich, dass ich nicht ein einziges Mal Muskelkater hatte. Aber es ist alles andere als ein Spaziergang, nach zwei Durchgängen ist mein T-Shirt patschnass.

Und wie ist das so im Fitness-Center?
Gutes Personal ist ja heutzutage so schwer zu finden…

Mein Club ist sehr sauber, vielseitig und die Leute dort sind sehr freundlich. Ich habe noch lange nicht alle Geräte gesehen (ganz geschweige denn, ausprobiert), habe den Wellnessbereich noch gar nicht genauer erkundet, aber alles macht einen tadellosen Eindruck. Wie immer finde ich natürlich auch Haare in der Suppe. Die Angestellten da bewegen sich intellektuell auf dem Niveau eines Elektronikmarkt-Verkäufers. Sie haben keine Ahnung von psychologisch richtig geführten Konversationen mit Kunden, widersprechen sich selbst, stellen gerne zu erst mal den Kunden als dumm dar, bis sie merken, dass sie selbst falsch lagen. Über diese Tatsache sehen sie dann aber grosszügig hinweg.
Wenn man das mal akzeptiert hat, ist es ok.
Mit anderen Kunden kommt man eigentlich nicht ins Gespräch, das kann aber auch an meiner Kurzatmigkeit liegen…

Dein Fazit?

Wenn genügend Leidensdruck vorhanden ist, kommt die Motivation von selbst. Ins Fitness-Center zu gehen ist für mich momentan die beste aller Möglichkeiten, da ich nicht alleine Joggen oder Schwimmen gehen will. Ausserdem erlaubt mir diese Lösung eine flexible Zeitplanung, ohne auf jemand anderen Rücksicht zu nehmen  oder Termine vereinbaren zu müssen. Das Körpergefühl und das Gewissen haben sich in zwei Monaten kontinuierlich verbessert. Das ist doch schon mal was…

 

 

 

 

 

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